Heimathaus feiert 20-jähriges Bestehen

Veröffentlicht am 27.08.2018 in Kultur

Der Heimatverein Großderschau hat das 20-jährige Bestehen seines Museums Kolonistenhof gefeiert. Es zeichnet die Besiedlung des Dossebruchs von 250 Jahren nach.

Großderschau Vor der Remise auf dem Kolonistenhof trocknen Tabakblätter in der Sonne. Auf einer Schnur aufgefädelt, sind sie die ersten Vorboten für das Entendankfest am 23. September auf dem Außengelände des Museums Kolonistenhof Großderschau. Beim Frühlingsfest im Mai hatte Jörg-Dietrich Thiele, langjähriges Mitglied im Vorstand des Heimatvereins Großderschau, mit Kindern fünf verschiedene Tabaksorten gepflanzt.

Aus den kleinen Setzlingen sind erntereife Pflanzen geworden. Der Heimatverein rückt jedes Jahr eine geschichtlich typische Pflanzenart der Region in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten und lockt damit immer wieder viele Besucher in das Dorf. Doch bevor sich viele Helfer an die weitere Vorbereitung des Erntedankfest machten, feierte der Heimatverein mit vielen Gästen am Freitagnachmittag das 20-jährige Bestehen des Museums Kolonistenhof und damit eine Erfolgsstory.

Für die Akteure des alten Handwerks gab es bei der Festveranstaltung 20 Jahre Kolonistenmuseum Blumen.Quelle: Norbert Stein

So ein Jubiläum schreit geradezu nach einem Rückblick, wie alles begonnen hat und sich entwickelte. Diese Aufgabe übernahm die Vorsitzende des Heimatvereins und Museumsleiterin Helga Klein mit viel Herzblut. Begonnen habe es bereits im Jahr 1996, berichtete sie in der mit Kaffeetafeln eingedeckten Remise. Damals scharte Fritz Neye an der Koloniegeschichte des Dorfes interessierte Einwohner um sich mit dem Ziel der Einrichtung einer Heimatstube im Gemeindezentrum. Zwei Jahre späte, im Sommer 1998 war es dann soweit. Die Heimatstube konnte eingeweiht wer-den.

Es war die Geburtsstunde für das heutige Museum Kolonistenhof. Die Heimatfreunde gründeten den Verein Initiative Begegnungszentrum Großderschau, bekannt geworden als Heimatverein. Fritz Neye wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Bis 2004 erfüllte er das Ehrenamt mit Leidenschaft und Ideen, gefolgt von Wilhelm Hoffmann und Helga Klein. Doris Helbig hatte als erste Museumsleiterin maßgeblichen Anteil an der Ausgestaltung der Heimatstube und der Erweiterung zum Museum.

Im Jahr 2000 außen begonnen

Im Jahr 2000 wurde mit einem Taubenhaus und einem Ziehbrunnen die Gestaltung des 5000 Quadratmeter großen Außengeländes begonnen. Gebaut wurde seither immer wieder, jedes Jahr kommt Neues hinzu. Backhaus, Bauerngarten und Remise sind dafür markante Beispiele.

Helga Klein dankte mit Blumen verdienstvollen Vereinsmitgliedern und Mitstreitern, wie den Akteuren des historischen Handwerks, für ihr ehrenamtliches Engagement rund um das Kolonistenmuseum.

Große Gratulantenschar

Die Gratulantenschar zum Museumsjubiläum war vielseitig. Aus Potsdam war Brandenburgs Staatskanzleichef Martin Gorholt (SPD) gekommen und würdigte das Kolonistenmuseum und die vielfältigen Vereinsaktivitäten zur Wahrung von Heimatgeschichte. Rückblickend auf die Zeit vor über 250 Jahren, als Kolonisten im Dossebruch siedelten, sagte Gorholt, Großderschau sei auch die Geschichte von Einwandern. Und er sagte auch zu, Mitglied im Großderschauer Heimatverein werden zu wollen.

Großderschau könne stolz auf das Museum sein, sagte Susanne Köstering, die Geschäftsführerin des Landesmuseumsverbandes, und der Rhinower Amtsdirektor Jens Aasmann würdigte dessen überregionale Ausstrahlung. Gemeindepfarrer Lars Haake bescheinigte den Großderschauern, mit dem Museum das Havelland ein be-sonders Gesicht zu geben. Johanna Leu, Vorsitzende des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, gratulierte auf Plattdeutsch und kündigte für 2019 eine Fontane-Veranstaltung im Kolonistenmuseum an.

Quelle: http://www.maz-online.de/Lokales/Havelland/Rhinow by Norbert Stein

 
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